„Der Tod gehört zum Leben – nicht erst seit Corona“

Bildrechte: beim Autor

Elisabeth Hann von Weyhern macht sich in ihrer Predigt beim Abschlussgottesdienst zur 5. Hospiz- und Palliativwoche in der Nürnberger Klarakirche, bei der die Regionalbischöfin auch als Schirmherrin fungiert, für einen bewussten Umgang mit der eigenen Sterblichkeit stark.

Hann von Weyhern wirbt für eine Lebensklugheit, die aus dem Nachdenken über den Tod herrührt: „Das Wissen darum, dass wir sterblich sind, kann uns nicht nur Angst machen, sondern stellt uns Menschen auch nachdrücklich vor die Frage, wie wir eigentlich leben wollen. Im Wissen um unsere Endlichkeit können wir die Chance erkennen, unser Leben bewusst und sinnvoll zu gestalten. Der Tod lehrt uns, dass wir es nicht vergeuden und die Gelegenheiten nutzen sollten, unser Leben im Blick auf das wirklich Wesentliche auszurichten.“

„In der Corona-Krise ist für die Verletzlichkeit und Endlichkeit unseres Lebens ein neues Bewusstsein entstanden und dazu haben wir als Christen etwas zu sagen“, so Hann von Weyhern weiter: „Im Vertrauen auf die Treue Gottes, die über den Tod hinaus trägt, können wir so schon jetzt etwas von der Qualität des ewigen Lebens erahnen. Wer auf die Zusage vertraut, die Gott den Menschen nach christlichem Glauben in Jesu Tod und Auferstehung macht, hat den Tod schon jetzt überwunden und das ewige Leben in sich. Christen können darauf vertrauen, dass der Tod nicht das letzte Wort behält.“

Aufgabe der Hospizbewegung ist es, die Situation Sterbender und ihrer An- und Zugehörigen zu verbessern sowie die Integration von Sterben und Tod ins Leben zu fördern und den Tod als natürlichen Teil des Lebens begreiflich zu machen. Die Hospizbewegung soll dazu beitragen, dass in der Gesellschaft das Sterben und die Sterbenden nicht länger an den Rand gedrängt werden.

Heute engagieren sich deutschlandweit über 100.000 Menschen ehrenamtlich und hauptamtlich in mehr als 1000 Hospizvereinen und Palliativeinrichtungen.